Nachhaltigkeit im Outdoor Bereich
was bedeutet nachhaltigkeit überhaupt
Ich will nachhaltige Produkte kaufen. Doch was bedeutet das eigentlich genau? Worauf muss ich achten – und was ist wirklich wichtig?
„Nachhaltigkeit“ ist ein Wort, das schnell gesagt ist. Es steht in Leitbildern von Unternehmen, auf Verpackungen und klingt nach Verantwortung und Zukunft. Doch was alles dahintersteckt, ist vielen von uns nicht wirklich klar. Mir eingeschlossen.
Obwohl mir das Thema sehr am Herzen liegt, merke ich immer wieder, wie wenig fundiertes Wissen ich tatsächlich habe. In der Essenz verstehe ich Nachhaltigkeit: möglichst wenig Schaden anrichten und eine lebenswerte Zukunft für kommende Generationen sichern. Doch sobald ich genauer hinschaue, wird es komplex. Auch im Outdoor Bereich.
Da ist zum Beispiel das Thema Greenwashing. Begriffe wie „umweltfreundlich“, „natürlich“ oder „klimaneutral“ klingen gut – sagen aber oft wenig aus. Dazu kommen unzählige Nachhaltigkeits-Zertifikate, jedes mit einem anderen Fokus. Manche bewerten ökologische Aspekte, andere soziale Standards oder faire Löhne. Und wenn ich es ganz genau nehmen möchte, müsste ich mich zusätzlich mit Materialkunde auskennen, wissen wo und unter welchen Bedingungen produziert wird und welche Lieferketten dahinterstehen. Zudem weiss man wenig über Überproduktion, Versand Art und was zum Beispiel passiert mit Artikeln die zurückgeschickt werden
Plötzlich scheint es, als müsste ich überall Spezialistin sein: für Textilien, für Landwirtschaft, für globale Wirtschaftszusammenhänge. Ich müsste Studien lesen, Labels vergleichen und Produktionsländer recherchieren, um mir ein wirklich umfassendes Bild machen zu können.Dabei wird schnell klar: Nachhaltig ist nicht gleich nachhaltig.
Denn echte Nachhaltigkeit ist ökologisch, ökonomisch und sozial. Es geht um den Schutz unserer Umwelt, um faire Arbeitsbedingungen und um wirtschaftliche Strukturen, die für lange Zeit halten.
Auf was also schauen
Es tut mir leid – aber in diesem Blog kann ich dir keine fertige Liste mit den „Top-Marken“ präsentieren, die in allen Bereichen vollkommen nachhaltig sind.
Zum einen würde ich dir vorgaukeln als hätte ich den kompletten Überblick. Zum anderen würde ich damit zwangsläufig nur die großen, bekannten Namen nennen – und all die kleinen, familiengeführten Unternehmen außen vor lassen, die ich vielleicht gar nicht kenne und die trotzdem Großartiges leisten.
Wer nach nachhaltigen Outdoormarken googelt, wird schnell fündig. Es gibt zahlreiche Übersichten, Rankings und Vergleiche. Ein guter Einstieg ins Thema ist der Podcast von Bergwelten. Die Gedanken, die sich die beiden Redakteurinnen dort machen finde ich reflektiert und differenziert – und sie bestärken mich in unserer Herangehensweise.
Denn wie so oft bin ich überzeugt: Es darf leicht gehen. Nachhaltigkeit muss nicht immer bedeuten, jedes Label zu studieren und jede Lieferkette bis ins Detail zu analysieren. Manchmal beginnt sie mit einer ganz einfachen Entscheidung.
Wir tendieren gerne zu gebraucht kaufen oder lassen Produkte reparieren.
Die Mythen über Gebraucht ware
In meiner Bubble ist es ganz normal, gebraucht zu kaufen. Wir tauschen untereinander, leihen uns Dinge aus, wenn sie nur einmal oder sehr selten gebraucht werden, und geben weiter, was wir selbst nicht mehr nutzen. Das fühlt sich selbstverständlich an – unkompliziert, solidarisch, sinnvoll.
Außerhalb dieser Bubble sieht es vermutlich oft noch anders aus.
Das ist nur etwas für Menschen mit kleinem Budget.
Gebraucht ist unhygienisch.
Gebraucht ist minderwertig oder kaputt.
Ich glaube, das sind genau diese Mythen, die noch immer herumschwirren. Bilder im Kopf, die sich hartnäckig halten. Ich sehe das differenzierter. Und je mehr ich mich mit dem Thema beschäftige – sei es durch eigene Erfahrungen oder durch Gedanken aus dem Bergwelten Podcast oder anderen Artikeln – desto klarer wird für mich: Das Nachhaltigste, was ich tun kann, ist nicht zwingend, „das perfekte nachhaltige Produkt“ zu finden. Sondern ein Kleidungsstück lange und oft zu tragen, Gegenstände zu reparieren, gebraucht kaufen wenn es Sinn macht (gerade bei Kindern die noch im Wachstum sind)
Bewusster Konsum
Das bedeutet also, nicht nur besitzen und im Schrank liegen lassen. Sondern tragen. Nutzen. Erleben.
Im besten Fall entsteht sogar eine emotionale Bindung. Ein Stück, das Erinnerungen trägt oder bereits eine Geschichte mit sich bringt. Genau solche Dinge werden wertvoll. Ich wünsche mir, dass die Dinge die ich besitze mir wirklich etwas bedeuten. Dass ich Sorge trage, sie pflege und hege. Und wenn etwas kaputt geht, ist der erste Gedanke nicht: neu kaufen. Sondern: reparieren.
Vielleicht hilft die Oma. Vielleicht eine Schneiderin oder ein Schneider. Vielleicht – im besten Fall – sogar der Reparaturservice der Marke selbst, oder sie haben von vorn hinein wichtige Ersatzteile die schnell und unkompliziert geliefert werden können. So war zum Beispiel auch unsere Erfahrung mit unserem Hamax Anhänger. Einfach, unkompliziert und der Anhänger kann noch mehrere Jahre weiterleben.
Ich wünsche mir, dass viel mehr Menschen bewusst konsumieren, den Wert in den Dingen sehen, Sorge tragen, auf Langlebigkeit setzten und dadurch automatisch mehr Verantwortung übernehmen. Was sind deine Gedanken dazu?