Tipps für öffis reisen mit Fahrrad
Planung vor dem Trip
Wichtigster Tipp: früh genug buchen! Gerade in den Dach Länder sind die Fahrradstellplätze sehr begrenzt und auch schnell ausgebucht gerade im Frühjahr und Sommermonaten.Damit meine ich Fernverkehrszüge, nicht die Regionalzüge.
Sobald eure Route einigermaßen feststeht, unbedingt so früh wie möglich den Stellplatz reservieren. Wir achten dabei auch auf gute Verbindungen: möglichst wenig Umsteigen und genug Pufferzeit zwischen den Zügen.
Je nach Land sind die Züge unterschiedlich ausgestattet. Wir bevorzugen immer direkten Einstieg, also einen Wagen, in den man das Rad ohne Heben einfach hineinbringen kann. Das ist besonders wertvoll, wenn man mit viel Gepäck und Kindern unterwegs ist.- Regionalzüge und in Österreich die Westbahn eignen sich oft gut für unkomplizierten Einstieg.
Fernzüge haben meist weniger Platz, die Räder müssen oft hochgehoben werden.
Eurocity-Züge verfügen manchmal über einen eigenen Fahrradwagen, und ein Zugmitarbeiter kann beim Einsteigen helfen.
Tschechische Züge bieten oft mehr Komfort und Platz für Räder.
Achtet unbedingt darauf, dass in einigen Ländern das Rad in einer Fahrradtasche transportiert werden muss. Das war für uns ein Grund, warum wir auf der Rückfahrt nicht über Schweden, sondern über Finnland gefahren sind.
Wenn ihr mit Fahrradanhänger unterwegs seid, denkt an die Türbreite. Unser Hamax Outback One passt gerade so rein. Wir buchen dann immer mindestens einen extra Stellplatz für den Anhänger. Bei unserer diesjährigen Ostertour haben wir sogar vier Fahrradstellplätze reserviert – sonst hätten wir das 16-Zoll-Kinderfahrrad gar nicht extra buchen müssen.
Am Tag der Reise
Ich sag wie es ist: Ich bin immer richtig nervös, wenn es um Zugfahrten mit viel Gepäck und Kindern geht. Die Entspannung und Vorfreude kommen erst, wenn wir endlich im Zug sitzen. (Nur schon beim Schreiben merk ich wie ich angespannter werde – oje)
Deshalb ist es ein großer Vorteil, wenn mindestens einer von beiden Elternteilen die Nerven behält – idealerweise natürlich beide – und man als Team zusammenarbeitet.
Für uns ist es außerdem unabdingbar, die Kinder einzubeziehen. Die Große weiß genau, worum es geht, und bekommt verschiedene Aufgaben. Zum Beispiel ist sie bei uns die Chefin über die Taschen – eine kleine Verantwortung, die ihr Selbstvertrauen stärkt und den Ablauf erleichtert.
Fragt andere Reisende um Hilfe! Ob es darum geht, ein Auge auf die Kinder zu haben oder beim Einladen von Taschen und Fahrrädern zu unterstützen – die meisten Menschen helfen gerne. Nicht alle ZugbegleiterInnen sind begeistert von Fahrrädern, und das ist völlig in Ordnung. Wir haben bisher immer eine Lösung gefunden. Oli ist da King beim ruhig bleiben und richten. Wichtig ist: nicht persönlich nehmen. Unter Stress reagiert man selbst auch nicht immer perfekt – ja, ich spreche da aus Erfahrung.
Packtaschen müssen bei den meisten Fahrten abgenommen werden. Das geht oft schon vorab, wichtig ist nur, dass ihr am richtigen Gleis steht, wenn der Zug einfährt.
Gerade bei viel Gepäck sind Lifte oft unverzichtbar. Wir müssen manchmal drei Mal fahren, um alles nach unten zu bringen: Anhänger einzeln, jedes Fahrrad, jede Tasche. Der Hauptbahnhof Hamburg ist dafür ein Paradebeispiel.
Und wichtig auch hier! Wer Snacks hat ist King. Immer genug Essen und Trinken mithaben. Wir kennen es alle. ob Hunger oder nicht bei Zugfahrten ist das snacken hoch im Kurs.
Die Liebe zum Zugfahren
Erkundigt euch direkt am Schalter über gute Verbindungen. Oft bekommen Mitarbeitende vor Ort Tipps, die online nicht so leicht zu finden sind. Es lohnt sich auch, anderen Reisenden auf Social Media zu folgen, die viel mit dem Zug unterwegs sind oder neue Zuglinien testen – hier erfährt man oft praktische Insider Tipps. Neue Strecken und Angebote kommen ständig dazu. Auch Nachtzüge sollte man im Auge behalten. Gerade für längere Strecken!
Im Allgemeinen können wir uns nichts besseres vorstellen, als mit dem Zug unterwegs zu sein. Die Kinder können sich frei bewegen, hin und her gehen und sich in der Balance üben. Auch ist es das langsame Reisen dass es für uns so attraktiv macht. Wir sind näher bei den Menschen und mitten im Geschehen.