Biketouring: Etappe 1 – Der alpe adria Radweg

Von Villach nach (fast) Udine

Wir schreiben den 28. März, es sind Osterferien. Nur zwei Tage zuvor hat es noch bis weit herunter geschneit, und die Nächte sind nach wie vor frostig. Die Temperaturen liegen im Minusbereich – aber die Wetterprognose passt. Also: Let’s go!

Der Zug bringt uns ganz entspannt von Salzburg nach Villach. Freundliche, hilfsbereite Zugbegleiter und Regiozüge mit bequemem, ebenem Einstieg machen die Anreise richtig angenehm. Die Kinder wissen mittlerweile schon genau, worum es geht – wir sind inzwischen ein gut eingespieltes Zugreise-Team.

Pünktlich um 14 Uhr kommen wir in Villach an. Erstmal rollen wir gemütlich zur Drau, parken unsere Räder und packen den Kocher aus. In der Sonne wird etwas Feines gekocht – damit die Energiespeicher für die erste Etappe gefüllt sind. Und mit etwas Glück macht unser 1,5-jähriger Boy noch ein Nachmittagsschläfchen im Anhänger. Am ersten Tag geht es für uns bis kurz vor Arnoldstein, wo wir unser Zelt bei einem Gasthaus aufschlagen dürfen.

Tag 2: Arnoldstein nach Chiusaforte

Die Zeitumstellung sorgt am zweiten Tag erstmal für einen kurzen Moment Verwirrung – zum Glück legt sich das schnell, und wir starten motiviert in den Vormittag. Ein paar Höhenmeter warten, dazu eine beeindruckende Landschaft und die erste Grenzüberquerung. Die Vorfreude auf den ersten italienischen Kaffee ist groß.

Mit dem Vormittagsschläfchen unseres kleinen Mitreisenden schaffen wir es bis nach Tarvisio. Nach einer wohlverdienten Kaffee- und Essenspause radeln wir entspannt weiter auf dem Alpe-Adria-Radweg. Ab hier geht es fast nur noch bergab – und so kommen wir richtig gut voran. Die Strecke ist traumhaft: Flüsse, Wasserfälle, dazu ein perfekt asphaltierter Radweg. Immer wieder fahren wir durch beleuchtete Tunnel, was das Ganze zusätzlich besonders macht.

Schließlich erreichen wir Chiusaforte und landen bei einer unglaublich gemütlichen Station – ein Ort, an dem sich das Dorf trifft, spielt und lebt. Die Kinder haben viel Platz, wir kommen ins Gespräch, und die Atmosphäre ist einfach herzlich. Hier dürfen wir auch unser Zelt für die Nacht aufstellen. Die Nacht wird zwar bitterkalt – aber zusammenkuscheln hilft.

Über den Alpe-Adria-Radweg

Der Alpe-Adria-Radweg zählt zu den bekanntesten Fernradwegen Europas und verbindet die Alpen mit dem Mittelmeer. Seit seiner offiziellen Eröffnung im Jahr 2012 führt er von Salzburg bis nach Grado an die Adria.

Was ihn so besonders macht, ist vor allem seine Vielfalt: Innerhalb weniger Tage verändert sich die Landschaft spürbar – von alpiner Bergkulisse über sanfte Täler bis hin zum mediterranen Flair. Viele Abschnitte verlaufen auf ehemaligen Bahntrassen, was angenehme Steigungen, bestens ausgebaute Wege und eindrucksvolle Tunnel mit sich bringt. Genau diese Mischung aus Naturerlebnis, entspannter Streckenführung und kulturellem Wechsel macht den Reiz dieser Route aus.

Tag 3: Chiusaforte nach Tarcento

Wir starten früh in den Tag – mit dem Wissen, dass wir heute den Alpe-Adria-Radweg verlassen werden. Die Vorfreude ist groß, denn es zieht uns wieder mehr ins Abseits: dorthin, wo die Wege schmaler werden, die Schotterstraßen beginnen und wir der Natur noch ein Stück näher sind.

Immer wieder kreuzen wir den bekannten Alpe-Adria-Radweg, der hier als FVG1 ausgeschildert ist, sind aber nun größtenteils auf dem FVG3 unterwegs. Meist klappt das gut – allerdings heißt es aufpassen: An manchen Abzweigungen landet man plötzlich auf einem Mountainbike-Trail. Mit Kindern und ordentlich Gepäck… eher nicht zu empfehlen, haha.

Es macht richtig Spaß, wieder abseits der klassischen Routen unterwegs zu sein. Nach einem erfolgreichen Tag erreichen wir schließlich Tarcento – in der Hoffnung, hier irgendwo einen Schlafplatz zu finden. Wir sprechen ein paar Leute an und bekommen den Tipp für eine Raststation für Camper. Genau unser Glück: Zwischen großen Wohnmobilen und kleinen Bussen schlagen wir schließlich unser Zelt auf.

Tipp für die Region

Die Tourismusregion Friaul-Julisch Venetien bietet dafür eine richtig praktische Unterstützung: Mit der App „FVG Outdoor“ (oder auch über die Website) findet man Wander- und Radstrecken in der Umgebung – super hilfreich für die Planung unterwegs.

Tag 4: Tarcento nach Nova Gorica

Ein langer Tag liegt vor uns. Unser Ziel: bis nach Slowenien zu kommen – dort dürfen wir bei einem Warmshowers-Host übernachten. Entsprechend motiviert starten wir und kommen auch richtig gut voran.

Als wir einmal falsch abbiegen und plötzlich auf einer viel befahrenen Hauptstraße landen, hilft uns freundlicherweise ein Einheimischer wieder auf die richtige Route zurück. Solche kleinen Begegnungen bleiben einfach hängen.

Am Ende des Tages stehen 74 Kilometer auf dem Tacho – unser bisheriger Rekord. Geschafft, aber auch ziemlich stolz kommen wir an. Erst am Abend merke ich so richtig, wie anstrengend der Tag war: ein roter Kopf von Sonne und Wind, müde Beine und das Gefühl, alles gegeben zu haben.

Der morgige Pausentag wird definitiv guttun. Wobei – mit Kindern bedeutet „Pause“ natürlich nicht einfach nur entspannen. Aber trotzdem: ein bisschen runterkommen, durchatmen und Kräfte sammeln ist auf jeden Fall drin.


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Biketouring: die nächste TOur steht vor der tür